„Am Ende Frankreichs gibt es eine Ebene voller Wälder und Obstbäumen. In dieser engen Stelle lebte eine große Zahl von robusten und starken Menschen, die zuvor auf einer Insel namens Nora gelebt hatten. Aus diesem Grund wurden sie Normannen, also ‚Männer von Nora‘ genannt. Diese Menschen wurden so viele, dass die Felder und Obstplantagen nicht mehr ausreichten um sie ausreichen zu versorgen. Daher zogen sie aus in unterschiedliche Teile der Welt.“
Seit dem 11. Jahrhundert lässt sich eine verstärkte normannische Mobilität in Europa feststellen. Für vorwiegend Männer aus der Normandie gab es unterschiedliche Gründe, ihr Glück in der Fremde zu suchen. Eine Ursache lag in Veränderungen des Erbrechts: Nach und nach begann sich das Prinzip der Primogenitur durchzusetzen, wonach der Erstgeborene Alleinerbe ist. Damit sollte eine Zersplitterung von Gütern vermieden werden. Insbesondere jüngere Söhne gingen leer aus und mussten nach anderen Möglichkeiten des Landerwerbs suchen. Sie verließen nicht selten die Heimat, um sich als Söldner zu verdingen. Andere wurden nach einem internen Konflikt dazu gezwungen, in die Fremde zu gehen. Hinzu traten religiöse Motive, wie Pilgerreisen, oder bei Frauen die Heiratsmobilität.