Der Ukrainekrieg und seine Folgen

Am 24. Februar 2022 griff Russland die Ukraine militärisch an. Der Krieg wird tiefgreifende Folgen nicht nur für das Land und seine Einwohner haben, sondern auch für Europa und die ganze Welt. Auch das kulturelle Erbe der Ukraine ist vom militärischen Geschehen massiv bedroht und einzigartige Kunstschätze drohen für immer verloren zu gehen.

Die Mannheimer Normannen-Ausstellung ist vom Ukraine-Krieg ebenfalls betroffen. Zahlreiche hochkarätige und einzigartige Leihgaben waren Anfang 2022 für diese Ausstellung bereits zugesagt worden. Nach Ausbruch des Krieges wurden die Zusagen der russischen Leihgaben allerdings zurückgezogen bzw. wurde eine Ausleihe unmöglich. Dies ist umso bedauerlicher, als es ein Anliegen dieser Ausstellung ist, Grenzen zu überwinden und Geschichtsmythen aufzuzeigen und zu überwinden.

Nun müssen wir beobachten, wie historische Vorgänge und Entwicklungen, die sich lange vor der Zeit späterer Nationenbildungen zutrugen, instrumentalisiert werden, um historische Fiktionen für die Gegenwart zu begründen. Unter Rückgriff auf eine Interpretation der „Kiewer Rus‘“ als „Keimzelle Russlands“ werden aktuelle politische Entscheidungen begründet und die Vergangenheit einmal mehr instrumentalisiert.